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California

Alcatraz Island © Hannes Endreß

Kali­for­ni­en erstreckt sich ent­lang der ame­ri­ka­ni­schen Pazi­fik­küs­te von der Gren­ze zu Mexi­ko bis in den Nord­wes­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Zwi­schen dem Pazi­fi­schen Oze­an, den Gebirgs­zü­gen der Sier­ra Neva­da und den tro­cke­nen Wüs­ten­re­gio­nen im Süd­os­ten liegt einer der land­schaft­lich und kul­tu­rell viel­fäl­tigs­ten Bun­des­staa­ten der USA. Stei­le Küs­ten, weit­läu­fi­ge Täler, schnee­be­deck­te Berg­gip­fel und jahr­tau­sen­de­al­te Rie­sen­mam­mut­bäu­me prä­gen das Bild des Gol­den State.

Sei­ne Geschich­te reicht von den indi­ge­nen Kul­tu­ren über die spa­ni­sche Kolo­ni­al­zeit und die mexi­ka­ni­sche Herr­schaft bis zum kali­for­ni­schen Gold­rausch des 19. Jahr­hun­derts. Mit der Ent­de­ckung von Gold im Jahr 1848 und der Auf­nah­me als 31. Bun­des­staat der USA im Jahr 1850 begann eine Pha­se tief­grei­fen­der wirt­schaft­li­cher und gesell­schaft­li­cher Ver­än­de­run­gen. Eisen­bah­nen, Land­wirt­schaft, Hafen­städ­te und spä­ter die Film- und Tech­no­lo­gie­in­dus­trie mach­ten Kali­for­ni­en zu einem bedeu­ten­den Wirt­schafts- und Kulturraum.

Beson­ders deut­lich zei­gen sich die­se Gegen­sät­ze in San Fran­cis­co, des­sen stei­le Stra­ßen, his­to­ri­sche Archi­tek­tur und mari­ti­me Lage das Stadt­bild bestim­men. Wei­ter im Lan­des­in­ne­ren bewahrt der Sequoia Natio­nal Park eine völ­lig ande­re Welt: gewal­ti­ge Wäl­der und monu­men­ta­le Bäu­me, deren Dimen­sio­nen jede ver­trau­te Vor­stel­lung von Natur übersteigen.

Die­se foto­gra­fi­sche Rei­se durch Kali­for­ni­en ver­bin­det urba­ne Land­schaf­ten, his­to­ri­sche Schau­plät­ze und außer­ge­wöhn­li­che Natur. Sie führt von den Stra­ßen San Fran­cis­cos über die ehe­ma­li­ge Gefäng­nis­in­sel Alca­traz bis zu den Rie­sen­mam­mut­bäu­men der Sier­ra Neva­da. Im Mit­tel­punkt ste­hen nicht nur bekann­te Sehens­wür­dig­kei­ten, son­dern auch Archi­tek­tur, his­to­ri­sche Zusam­men­hän­ge und die beson­de­ren Per­spek­ti­ven die­ser unter­schied­li­chen Orte.

Pazi­fik­küs­te

Küs­ten­land­schaf­ten, Hafen­städ­te und urba­ne Architektur.

Weißes Ausflugsschiff mit roten Akzenten zwischen den Steinpfeilern und dunklen Stahlbögen der Eads Bridge über dem Mississippi.
Weite Ansicht des Werksgeländes mit Förderturm links, alten Aufbereitungsgebäuden und rostiger Förderbandbrücke rechts.
Sier­ra Nevada

Rie­sen­mam­mut­bäu­me, Hoch­ge­bir­ge und ursprüng­li­che Wälder.

Geschich­te

Gold­rausch, Ein­wan­de­rung und his­to­ri­sche Schauplätze.

Weite South Main Street mit geparkten Fahrzeugen und niedrigen Ladenfassaden, am Ende das rote Madison County Courthouse mit Turm.

California

Ferry Building mit Uhrturm und Palmen am Embarcadero in San Francisco

Sehenswürdigkeiten in Kalifornien – zwischen Pazifik, Wüste und Hochgebirge

Kali­for­ni­en gehört zu den geo­gra­fisch abwechs­lungs­reichs­ten Regio­nen Nord­ame­ri­kas. Ent­lang der mehr als 1.300 Kilo­me­ter lan­gen Küs­ten­li­nie wech­seln sich Sand­strän­de, fel­si­ge Steil­küs­ten, geschütz­te Buch­ten und bedeu­ten­de Hafen­städ­te ab. Im Lan­des­in­ne­ren erstreckt sich das land­wirt­schaft­lich inten­siv genutz­te Cen­tral Val­ley, wäh­rend sich wei­ter öst­lich die Sier­ra Neva­da mit ihren aus­ge­dehn­ten Wäl­dern, tie­fen Tälern und hoch­al­pi­nen Land­schaf­ten erhebt.

Die kli­ma­ti­schen Gegen­sät­ze sind eben­so aus­ge­prägt. Wäh­rend der Nor­den und die höhe­ren Gebirgs­la­gen durch nie­der­schlags­rei­che Win­ter geprägt sein kön­nen, herr­schen in den Wüs­ten­re­gio­nen des Süd­os­tens extre­me Tro­cken­heit und hohe Som­mer­tem­pe­ra­tu­ren. Der Death Val­ley Natio­nal Park zählt zu den hei­ßes­ten Regio­nen der Erde. Weni­ge Fahr­stun­den ent­fernt lie­gen Gebirgs­land­schaf­ten, in denen Schnee und win­ter­li­che Stra­ßen­ver­hält­nis­se einen erheb­li­chen Teil des Jah­res bestimmen.

Die­se Viel­falt bil­det die Grund­la­ge einer außer­ge­wöhn­li­chen Natur- und Kul­tur­land­schaft. Neben den bekann­ten Sehens­wür­dig­kei­ten Kali­for­ni­ens sind es gera­de die Über­gän­ge zwi­schen Stadt, Küs­te, Gebir­ge und Wüs­te, die den Bun­des­staat beson­ders inter­es­sant machen.

Von indigenen Kulturen zum amerikanischen Golden State

Lan­ge vor der euro­päi­schen Kolo­ni­sie­rung war das heu­ti­ge Kali­for­ni­en Hei­mat zahl­rei­cher indi­ge­ner Gemein­schaf­ten mit unter­schied­li­chen Spra­chen, Wirt­schafts­for­men und kul­tu­rel­len Tra­di­tio­nen. Ihre Sied­lungs­ge­bie­te reich­ten von den frucht­ba­ren Küs­ten­re­gio­nen über die gro­ßen Fluss­tä­ler bis in die Gebirgs- und Wüstenlandschaften.

Mit der spa­ni­schen Kolo­ni­sie­rung im 18. Jahr­hun­dert ent­stan­den ent­lang der Küs­te Mis­sio­nen, mili­tä­ri­sche Stütz­punk­te und neue Sied­lun­gen. Nach der Unab­hän­gig­keit Mexi­kos 1821 gehör­te Kali­for­ni­en zunächst zum mexi­ka­ni­schen Staats­ge­biet, bevor es 1848 infol­ge des Mexi­ka­nisch-Ame­ri­ka­ni­schen Krie­ges an die Ver­ei­nig­ten Staa­ten fiel.

Im sel­ben Jahr ver­än­der­te die Ent­de­ckung von Gold am Ame­ri­can River die Ent­wick­lung der Regi­on grund­le­gend. Der kali­for­ni­sche Gold­rausch zog Men­schen aus Nord­ame­ri­ka, Euro­pa, Asi­en und zahl­rei­chen wei­te­ren Regio­nen an. Inner­halb weni­ger Jah­re ent­stan­den neue Städ­te, Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen und Han­dels­zen­tren. Gleich­zei­tig gin­gen die­se Ver­än­de­run­gen mit Land­ver­lust, Ver­trei­bung und mas­si­ver Gewalt gegen die indi­ge­ne Bevöl­ke­rung einher.

Mit der Auf­nah­me Kali­for­ni­ens als 31. Bun­des­staat im Jahr 1850 begann eine neue poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung. San Fran­cis­co wuchs zu einer bedeu­ten­den Hafen- und Han­dels­me­tro­po­le her­an. Spä­ter präg­ten Eisen­bahn­ver­bin­dun­gen, Land­wirt­schaft, Erd­öl­wirt­schaft, Film­in­dus­trie und Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men die Region.

Zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Entwicklung

Die wirt­schaft­li­che Expan­si­on führ­te früh zu erheb­li­chen Ein­grif­fen in die natür­li­chen Land­schaf­ten. Beson­ders die aus­ge­dehn­ten Wäl­der Kali­for­ni­ens wur­den durch Holz­ein­schlag, Berg­bau und die Erschlie­ßung neu­er Sied­lungs­ge­bie­te verändert.

Gleich­zei­tig ent­wi­ckel­te sich in Kali­for­ni­en eine frü­he Natur­schutz­be­we­gung. Mit der Grün­dung des Sequoia Natio­nal Park im Jahr 1890 ent­stand einer der ältes­ten Natio­nal­parks der Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Sein ursprüng­li­ches Ziel war ins­be­son­de­re der Schutz der gewal­ti­gen Rie­sen­mam­mut­bäu­me vor der Abholzung.

Heu­te gehö­ren die Natio­nal­parks und Schutz­ge­bie­te Kali­for­ni­ens zu den wich­tigs­ten Rück­zugs­räu­men für zahl­rei­che Tier- und Pflan­zen­ar­ten. Sie bewah­ren zugleich ein­zig­ar­ti­ge Land­schaf­ten, deren Erschei­nungs­bild durch geo­lo­gi­sche Pro­zes­se, kli­ma­ti­sche Bedin­gun­gen und eine über Jahr­tau­sen­de gewach­se­ne öko­lo­gi­sche Viel­falt bestimmt wird.

Kalifornien als fotografischer Raum

Die Beson­der­heit Kali­for­ni­ens liegt auch in sei­nen visu­el­len Gegen­sät­zen. In San Fran­cis­co ent­ste­hen durch stei­le Stra­ßen, his­to­ri­sche Fas­sa­den und wech­seln­de Licht­ver­hält­nis­se kom­ple­xe urba­ne Bild­räu­me. Die unmit­tel­ba­re Nähe zum Pazi­fik prägt dabei die Atmo­sphä­re der Stadt eben­so wie ihre Architektur.

Im Sequoia Natio­nal Park bestim­men dage­gen monu­men­ta­le Baum­stäm­me, das gefil­ter­te Licht dich­ter Wäl­der und die ver­ti­ka­le Dimen­si­on der Land­schaft die foto­gra­fi­sche Wahr­neh­mung. Auf Alca­traz Island ste­hen schließ­lich Archi­tek­tur, his­to­ri­sche Funk­ti­on und die sicht­ba­ren Spu­ren mensch­li­cher Nut­zung im Mittelpunkt.

So ver­bin­den sich unter­schied­li­che foto­gra­fi­sche Per­spek­ti­ven zu einem viel­schich­ti­gen Bild Kali­for­ni­ens: urba­nes Leben, Natur­ge­schich­te und die Aus­ein­an­der­set­zung mit his­to­ri­schen Orten.

San Francisco

Die Metropole an der Bay

San Fran­cis­co zählt zu den bekann­tes­ten Städ­ten Kali­for­ni­ens und besitzt eine unver­wech­sel­ba­re urba­ne Iden­ti­tät. Die Lage auf einer hüge­li­gen Halb­in­sel zwi­schen Pazi­fik und San Fran­cis­co Bay bestimmt seit jeher ihre Ent­wick­lung. Als wich­ti­ger Hafen wäh­rend des Gold­rauschs wuchs die Stadt im 19. Jahr­hun­dert zu einem inter­na­tio­na­len Han­dels­zen­trum heran.

Heu­te prä­gen vik­to­ria­ni­sche Wohn­häu­ser, stei­le Stra­ßen, his­to­ri­sche Cable Cars und moder­ne Hoch­häu­ser das Stadt­bild. Die Gol­den Gate Bridge, die Trans­ame­ri­ca Pyra­mid und die Stra­ßen­zü­ge rund um die Bucht gehö­ren zu den bekann­tes­ten Moti­ven der ame­ri­ka­ni­schen Westküste.

Beson­ders inter­es­sant ist San Fran­cis­co aus foto­gra­fi­scher Sicht. Die aus­ge­präg­te Topo­gra­fie erzeugt unge­wöhn­li­che Per­spek­ti­ven und Blick­ach­sen, wäh­rend wech­seln­de Nebel- und Licht­ver­hält­nis­se die Wahr­neh­mung der Archi­tek­tur ver­än­dern. Zwi­schen tou­ris­ti­schen Wahr­zei­chen, gewach­se­nen Stadt­vier­teln und dem all­täg­li­chen Stra­ßen­le­ben ent­steht ein viel­schich­ti­ges Por­trät der kali­for­ni­schen Metropole.

Inter­ne Weiterleitung:

San Fran­cis­co – Sehens­wür­dig­kei­ten und Fotografie

Sequoia National Park

Die Giganten der Sierra Nevada

Im süd­li­chen Teil der Sier­ra Neva­da liegt mit dem Sequoia Natio­nal Park eines der ein­drucks­volls­ten Schutz­ge­bie­te Kali­for­ni­ens. Der 1890 gegrün­de­te Natio­nal­park ist vor allem für sei­ne rie­si­gen Mam­mut­bäu­me bekannt, deren Alter teil­wei­se meh­re­re Jahr­tau­sen­de beträgt. Im Giant Forest steht der Gene­ral Sher­man Tree, der gemes­sen am Stamm­vo­lu­men als größ­ter leben­der Baum der Erde gilt.

Die Land­schaft reicht von tro­cke­nen Vor­ge­birgs­re­gio­nen bis zu aus­ge­dehn­ten Nadel­wäl­dern, tie­fen Schluch­ten und hoch­al­pi­nen Gebirgs­zo­nen. Ent­lang des Gene­rals High­way eröff­nen sich immer neue Per­spek­ti­ven auf die viel­fäl­ti­gen Land­schafts­for­men der Sier­ra Nevada.

Für die Foto­gra­fie sind beson­ders die Dimen­sio­nen der Rie­sen­mam­mut­bäu­me bemer­kens­wert. Gewal­ti­ge Stäm­me, gefal­le­ne Baum­rie­sen und das wech­seln­de Licht zwi­schen den Baum­kro­nen schaf­fen eine außer­ge­wöhn­li­che Atmo­sphä­re. Die Foto­gra­fien machen die jahr­tau­sen­de­lan­ge Ent­wick­lung die­ser Wäl­der sicht­bar und ver­deut­li­chen zugleich die Bedeu­tung ihres Schutzes.

Inter­ne Weiterleitung:

Sequoia Natio­nal Park – Rie­sen­mam­mut­bäu­me und Naturfotografie

Alcatraz Island

Geschichte einer Gefängnisinsel

Mit­ten in der San Fran­cis­co Bay liegt Alca­traz Island, eine der bekann­tes­ten his­to­ri­schen Sehens­wür­dig­kei­ten Kali­for­ni­ens. Die Insel wur­de zunächst als mili­tä­ri­scher Stütz­punkt und Fes­tung genutzt, bevor sie sich zu einem Mili­tär­ge­fäng­nis und schließ­lich zu einem bun­des­staat­li­chen Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis entwickelte.

Zwi­schen 1934 und 1963 waren hier zahl­rei­che bekann­te ame­ri­ka­ni­sche Straf­tä­ter inhaf­tiert, dar­un­ter Al Capo­ne und Geor­ge „Machi­ne Gun“ Kel­ly. Die iso­lier­te Lage der Insel, die star­ken Strö­mun­gen der Bucht und die stren­gen Sicher­heits­vor­keh­run­gen mach­ten Alca­traz zum Sinn­bild eines ver­meint­lich aus­bruch­si­che­ren Gefängnisses.

Nach der Schlie­ßung erhielt die Insel eine wei­te­re his­to­ri­sche Bedeu­tung durch die Beset­zung indi­ge­ner Akti­vis­ten von 1969 bis 1971, die auf die Rech­te ame­ri­ka­ni­scher Urein­woh­ner auf­merk­sam mach­ten. Heu­te ist Alca­traz Teil der Gol­den Gate Natio­nal Recrea­ti­on Area.

Die erhal­te­nen Zel­len­blö­cke, Wach­an­la­gen und Wirt­schafts­ge­bäu­de bie­ten ein­drucks­vol­le Ein­bli­cke in die Ver­gan­gen­heit. Zugleich hat sich die Insel zu einem wich­ti­gen Lebens­raum für See­vö­gel ent­wi­ckelt. Gera­de das Neben­ein­an­der von Gefäng­nis­ar­chi­tek­tur, his­to­ri­schen Spu­ren und Tier­welt eröff­net unge­wöhn­li­che foto­gra­fi­sche Perspektiven.

Inter­ne Weiterleitung:

Alca­traz Island – Geschich­te und Foto­gra­fie auf The Rock

Weiß-graues Flügelwandbild auf einer Backsteinwand, rechts ein Gehweg mit Blick auf den Turm des Madison County Courthouse.